Barnie Cornfeld der Betrüger und seine IOS-Aktie? Panama Papers Story

Barnie Cornfeld

Was Du wissen solltest! Der Fall „Bernard „Bernie“ Cornfeld

Den Älteren unter uns ist vielleicht noch der Skandal um diesen US-Bürger (Barnie Cornfeld) in Erinnerung geblieben, der zuerst in Amerika mit Investmentzertifikaten in den 50er Jahren erfolgreich war und Mitte dieses Dezenniums die „Investors Overseas Services“ in Paris gründete (IOS).

Vermögen steuerschonend anlegen

Nach einer Zwischenstation in Genf übersiedelte die IOS nach Panama, das seit dem Skandal um die Kanzlei Mossack Fonseca (vielleicht besser bekannt unter „Panama Papers“, viele Menschen hatten dort „steuerschonend“ deren Vermögen angelegt; das prominenteste „Opfer“ war der jetzt schon ehemalige isländische Ministerpräsident Sigmundur Gunnlagsson, der zuerst seine Verfehlungen abstritt, aber letztlich zurücktreten musste) auch nicht mehr das Bernard „Bernie“ Cornfeld darstellt.

Bei seinem Wirken in Deutschland kam ihm anfangs zugute, dass die deutschen Banken das Geschäft mit Investmentzertifikaten noch vernachlässigt hatten.

Der entscheidende Schritt gelang Cornfeld im Jahr 1968 als es ihm gelang, den ehemaligen Vizekanzler Erich Mende (FDP) als Vorsitzenden des Verwaltungsrats von IOS Deutschland zu engagieren.

Nach mehreren erfolgreichen Jahren gab es aber Verluste, vor allem deshalb, da Cornfeld einen äußerst kostspieligen Lebensstil führte.

Der finale Crash im Jahr 1969 (IOS-Aktie / Barnie Cornfeld)

Zum finalen Crash kam es im Jahr 1969 als Cornfeld seine IOS-Aktie zwar an die Börse brachte, aber ein allgemeiner Kursverfall kurz danach diese in erhebliche Schwierigkeiten brachte.

Dies ging so weit, dass Barnie Cornfeld im Mai 1970 sein Imperium an den US-amerikanischen Investor Robert Vecso verkaufen musste, der aber auf Kosten der Anleger etwa eine Viertel Milliarde Dollar veruntreute und sich durch Flucht nach Kuba, das ja den USA feindlich gegenüberstand, einem Prozess entziehen konnte. Angeblich lebte der danach in ärmlichen Verhältnissen.

Barnie Cornfeld selbst konnte einen Freispruch dadurch erreichen, indem er seinen Gläubigern eine Abfindung zahlte. Er starb 1995 in London.

Bevor wir zum erfreulichen bzw. „neutralen“ Abschnitt „Chancen und Risiken“ kommen, noch eine für euch wichtige Geschichte, da aktuell und mit Auswirkungen, die vielen Menschen enorm viel Geld kosteten.

Geschlossenen Fonds sind Schiffsfonds und Immobilienfonds

Wir hatten dieses Thema schon angedeutet, nun aber im Detail dazu, nämlich zu den „Geschlossenen Fonds“, insbesondere den Schiffsfonds und Immobilienfonds.

Diese sind vor allem deshalb brandgefährlich, da dafür oft äußerst unseriös Werbung betrieben wird, die Verkäufer mit unglaublichen Tricks und großen Versprechungen arbeiten und schlussendlich die Anleger hohe Summen verlieren. Manchmal sogar Ersparnisse, die sich diese über Jahrzehnte verdient hatten.

Wie sehr die Anleger das Vertrauen in die erwähnten Anlagemöglichkeiten verloren haben, zeigt sich auch darin, dass noch im Rekordjahr rund 13 Milliarden Euro investiert wurden, jedoch 2016 nur mehr 1,4 Milliarden Euro (Quelle: Ratingagentur Scope Analysis).

Die Verkäufer, die nicht selten freie Vermittler waren, deren einziges Ziel aber darin bestand, eine möglichst hohe Provision bei Geschäftsabschluss zu erzielen. Sie machten ihre Produkte nicht nur mit hoher Rendite, sondern auch mit Steuervorteilen schmackhaft.

Wenig Geld für die geschlossenen Fonds

Einen erheblichen Anteil am verkauften Volumen hatte das Unternehmen AWD, das selbst Anlegern mit wenig Geld die geschlossenen Fonds empfahl, wobei aber eine Mindesteinlage von rund 10.000 Euro anzuraten ist.

Nach herben Verlusten wurde AWD im Jahr 2008 an die Swiss Life, einer Schweizer Versicherung, verkauft. Laut AWD-Gründer Carsten Maschmeyer hatte AWD Rückstellungen für Kunden gebildet, die von dieser Firma falsch beraten worden waren, jedoch hätte laut seiner Darstellung Swiss Life diese nicht widmungsgemäß verwendet. Wobei aber ein Sprecher der Versicherung betonte, dass es wörtlich „immer eine sinnvolle Lösung“ für die Kunden gegeben hätte.

Nun zum letzten Fall,  der sich in Österreich vor der Finanzkrise ereignete. Etwa 17.000 Anleger hatten bei MPC (Investitionen in Immobilien und Schiffe) aus der BRD investiert. Diese Produkte wurden von fast allen österreichischen Banken angeboten.

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI, Österreich), der äußerst oft die Interessen von Kunden (erfolgreich) vertritt, hatte im Auftrag des Sozialministeriums und mit Unterstützung von drei Unternehmen, die sich mit Prozessfinanzierung befassen, Sammelklagen eingebracht, u.a. gegen das Tochterunternehme von MPC in Österreich.

Im Januar 2017 hat das Handelsgericht Wien für zwei Anleger von MPC Hollandfonds eine Entschädigung beispielshaft für die Hollandfonds 47 und 53 anerkannt; allerdings ist das Urteil noch nicht rechtskräftig.

Als Argumente für die Verurteilung zog das Gericht heran, dass die Anleger nicht ausreichend informiert worden waren und manchmal auch nicht einmal den Bankberatern das Risiko in vollem Umfang bewusst war. Nämlich das neben einem Totalausfall des Kapitals in bestimmten Fällen auch bereits ausgeschüttete Gewinne zurückgezahlt werden mussten, da diese als Kommanditisten einer Kommanditgesellschaft gelten.

Risiken und Chancen bei Investmentfonds

Das größte Risiko – neben jenen, die durch kriminelle Handlungen hervorgerufen werden bzw. durch unübliches und mutwillig riskantes Investieren entstehen – ist wie bei anderen Wertpapieren (mit Ausnahme von bonitätsmäßig guten Anleihen) das Marktrisiko das größte.

Welches Branchenrisiko gibt es bei Investmentfonds?

Ebenso kann natürlich auch ein Länder- und/oder Branchenrisiko schlagend werden, wenn sich zum Beispiel die wirtschaftliche Lage in einem Staat negativ entwickelt oder sich eine Branche im Umbruch befindet. Ein wichtiger Grund in letztgenannten Fall ist immer wieder die weltweit nicht aufzuhaltende Digitalisierung.

Das spezielle Risiko bei Investmentfonds liegt sicher auch im Management, bei dem es in der Phase einer Baisse, die eventuell dann auch noch lange andauert, zu Fehlern kommen kann, die in einer positiven Situation nicht vorgekommen wären.

Talfahrt durch ein Klumpenrisiko bei Investmentfonds

Ein weiteres für Investmentzertifikate typisches Risiko stellt das sogenannte Klumpenrisiko dar:  wenn zum Beispiel zu viele Wertpapiere einer einzigen Branche gekauft werden und diese dann eine Talfahrt macht. Folglich werden dann die Probleme potenziert.

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