3 Unterschiede für die richtige Auswahl von Fonds

Fonds

Der Börsianer lebt von seinen Erfahrungen und Überlegungen und von seinem Spürsinn. Der Engländer sagt: „My home is my castle“. Des Börsianers Devise ist: „My nose is my castle.“ (André Kostolany)

1. Unterschied zwischen Fonds, die ausschütten und thesaurieren

Die Gewinne (können sein Zinsen, Dividenden usw.) werden an die Investoren ausgeschüttet (= weiter gegeben) oder bei thesaurierenden Fonds reinvestiert.

Thesaurierenden Fonds: Das Geld aus der Fondsausschüttung wird umgehend in dieselben Fonds investiert, wodurch der Wert desselben steigt. Ein Vorteil besteht darin, dass es dann zu keinen neuerlichen Kosten kommt.

Wenn du hingegen bei Fonds, die ausschütten, das Geld wieder in Wertpapieren veranlagen willst, zahlst du Spesen.

Somit sind thesaurierende Fonds für Menschen geeignet, die langfristig anlegen wollen, und nicht unbedingt kurzfristig Geld verdienen wollen.

Nun zu den Größenordnungen der Fonds auf der Welt:

Der größte ist der „Vanguard Total Stock Market Index Fund; Investor“, die verwaltende Gesellschaft heißt Vanguard Group Inc. und verwaltet ein Vermögen von unvorstellbaren rund 379 Milliarden Euro.

Die zweitgrößte Fonds heißt SPDR S&P 500 ETF Trust und gehört der State Street Bank and Trust Company, das Volumen beträgt rund 200 Milliarden Euro.

Als drittgrößter gilt der Vanguard 500 Index Fund; Investor, ebenfalls gemanagt von der Vanguard Group Inc, (Volumen rund 197 Milliarden Euro).

Insgesamt betreuen die zehn größten Fondsgesellschaften der Welt die unfassbare Summe von 1,8 Billionen Euro (= 1.800 Milliarden Euro).

Größte Fonds im Bereich unseres Leserkreises (der Anteilswert bezieht sich immer auf das Volumen (=die Summe) des jeweiligen Landes

Deutschland: KEPLER-FONDS KAG hat einen Anteil von 59,4 %  (Stand: 30. September 2017)

Österreich: ERSTE SPARINVEST Kapitalanlagegesellschaft mbH, Anteil 18,57 % (Stand Juni 2018)

Schweiz: UBS war mit einem Marktanteil von 25,51 Prozent im Mai 2018 der größte Anbieter.

2. Unterschied zwischen offenen und geschlossenen Fonds

Bei geschlossenen Fonds handelt es sich um solche, die für größere Investitionen gedacht sind, zum Beispiel für den Kauf von großen Flugzeugen, Schiffen, Immobilien usw.

Im Gegensatz zu offenen Fonds kann in geschlossene nur so lange eingezahlt werden, bis die gewünschte Kapitalsumme erreicht wurde.

Während der Laufzeit des Fonds werden Ausschüttungen an die Investoren vorgenommen. Am Ende derselben erhalten diese, je nach deren verhältnismäßigem Anteil, Kapital zurück.

Bezüglich Risiko herrscht dabei „Alarmstufe Rot“: bei dieser Investitionsform gibt es zwei überaus große Risiken.

Dies Fonds unterliegen nicht nur keiner staatlichen Aufsicht (und damit deren Kontrolle), sondern die Investoren sind entweder direkte Kommanditisten oder an einer Kommanditgesellschaft beteiligt und zwar über eine Treuhandgesellschaft.

Erklärung zur Kommanditgesellschaft:  der sogenannte Komplementär haftet unbeschränkt und zwar auch privat; der Kommanditist nur bis zur Höhe seiner Einlage.

Im Konkursfall kann es nicht nur zu einem Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen, sondern auch zu einer Rückzahlung bereits erhaltener Ausschüttungen. Im Detail berichten wir über derartige, für die Anleger manchmal katastrophale Vorkommnisse und Pleiten bei Investmentfonds und geschlossenen Fonds“.

Was sind offene Fonds?

Diese sind die üblichen Investmentfonds, die von einem Managementteam verwaltet werden, und zwar nach genau vorgegebenen Vorschriften. Zahlreiche Banken bieten dabei an, dass nach einem Einmalerlag weitere Anteile nach einem Sparplan dazu gekauft werden können.

3. Unterscheidung zwischen aktiven und passiven Fonds

Was sind passive gemanagte Fonds?

Bei passiv gemanagten Fonds orientiert sich das Management an der sogenannten Benchmark *), wodurch aber auch Kosten für eine umfassende Marktbeobachtung wegfallen. Ebenso fallen für die Verwaltung und Transaktionen von Wertpapieren wesentlich geringere Kosten an, als bei aktiven Fonds.

Was sind aktiv gemanagte Fonds?

Beim aktiv gemanagten Fonds wird versucht, die Benchmark zu übertreffen, und zwar durch entsprechende Auswahl der Wertpapiere. Aber auch ziemlich komplexe Software kommt zum Einsatz, die dem Management umfangreiche Rechenmodelle bietet.

*) Erklärung „Benchmark“: Bedeutet einen Vergleich mit dem/den besten Mitbewerber(n) in der jeweiligen Branche.

Was sind Geldmarktfonds?

Diese haben eine relativ kurze Laufzeit und daher grundsätzlich kein Kursrisiko.

In Frage kommen dafür Guthaben bei Banken, Termineinlagen und Wertpapiere mit einer kurzen Restlaufzeit.

Da die Manager von solchen Fonds über ein großes Volumen verfügen, dass sie anlegen können, liegen die entsprechenden Zinsen meistens über jenen von Sparbüchern.

Was sind Immobilienfonds?

Von einem solchen wird gesprochen, wenn der Fonds mindestens 51 % des Volumens in bebaute oder nicht bebaute Grundstücke investiert. Zu einem größeren Teil davon wird in Büro- und/oder Gewerbeimmobilien angelegt, da bei diesen von einem besseren Verhältnis betreffend Preis und Ertrag ausgegangen wird.

Als Sicherheit für die Anleger gibt es die Bestimmung, dass zumindest 5 % in täglich verfügbaren Mitteln angelegt werden muss.

Was sind Dachfonds?

Diese investieren wieder in andere Fonds, die „Zielfonds“ genannt werden. Diese Anlageform hat den Vorteil, dass damit eine doppelte Risikostreuung verbunden ist.

Dabei wird entweder nur in konzerneigene Fonds investiert oder eine Mischung aus solchen und „fremden“ (= außerhalb des Konzerns) vorgenommen.

Es gibt auch Sonderformen wie  Fondsgebundene Lebensversicherungen

Diesen stellen eine Kombination aus einer Ablebensversicherung und dem Ansparen in einen Investmentfonds dar, sind aber so wie die geschlossenen Fonds mit äußerster Vorsicht zu genießen.

Die Kunden haben dabei die Wahl betreffend das Risiko. Weniger riskant sind natürlich Anleihen, mehr Sorge besteht natürlich bei Aktien, noch dazu, wenn diese Unternehmen eine nicht allzu gute Bonität aufweisen.

Wer von dieser Form der Vermögensanlage keine oder wenig Ahnung hat, sollte besser die Finger davon lassen. Es empfiehlt sich, dabei den Markt permanent zu beobachten und eventuell die Risikokategorie zu wechseln.

Es gibt sogar die grundsätzliche Möglichkeit, den Fonds selbst zu verwalten; diese Variante ist aber nur für Profis geeignet.

Falls du kein solcher bist, raten wir dir, dass du dich an einen Berater wendest, den du schon möglichst lange kennst und der als seriös bekannt ist. Empfehlenswert ist auch die Vorgangsweise, dass du dir von verschiedenen Unternehmen Angebote einholst und dann vergleichst.

Geschichte des Fonds (Kurzabriss) Wer war Abraham van Ketwich?

Zu deiner und wahrscheinlich aller Überraschung gab es den ersten Investmentfonds, der mit den heutigen vergleichbar ist, bereits im Jahr 1774. Der Emittent war der Holländer Abraham van Ketwich.

Er nannte diesen „Eendracht Maakt Makt“, was übersetzt „Eintracht macht stark“ bedeutet. So wie heute gab es auch bei diesem genau definierte Rechte für die Investoren. Investiert wurde ausschließlich in Anleihen und somit nicht in den risikoreicheren Aktien; die Rendite betrug ungefähr angenehme vier Prozent.

Schon zwei Jahre später gab Abraham van Ketwich seinen zweiten Fonds heraus und zwar den „Voordelig en Vorsigtig“, kann übersetzt werden mit „Vorteilhaft und vorsichtig“. Obwohl die Laufzeit dieses Fonds ursprünglich mit 25 Jahren geplant war, hielt er sich unglaubliche 114 (!) Jahre bis 1893.

Zu welchem Zeitpunkt es den ersten Investmentfonds in Deutschland gegeben hat, ist nicht genau erwiesen. Möglicherweise war dies schon während des zweiten Weltkriegs der Fall. Da aber viele, diesbezüglich wertvolle Dokumente verloren gegangen sind, kann keine verlässliche Aussage getroffen werden.

Hingegen kann als gesichert angesehen werden, dass es im Jahr 1950 zur Gründung des Investmentfonds „Fondak“ kam, eine Abkürzung für „Fonds“ und „Aktien“. Somit war also der erste bekannte deutsche Investmentfonds ein Aktienfonds. Dieser Fonds hat sich bis heute erhalten, und investiert schwerpunktmäßig in den DAX-Werten und MDax.

Der Name des zuletzt genannten Index wird von „Mid-Cap-Dax“ hergeleitet, stellt einen deutschen Aktienindex dar und wurde 1996 gegründet.

Ein Jahr nach dem ersten Investmentfonds in Deutschland gab es ein Pendant in Österreich, welcher „Selecta“ benannt wurde. In diesem wurde in internationale Aktien investiert. Ab dem Jahr 1960 wurde auch in festverzinsliche Wertpapiere angelegt.

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