ETF Auswahl – 9 Schritte Plan einfach in ETFs investieren und profitieren

ETF Auswahl - 9 Schritte Plan einfach in ETFs investieren und profitieren

„In einem Jahr wirst Du Dir wünschen, Du hättest heute angefangen.“ – (Karen Lamb)

1. Wie hoch ist die Rendite beim ETF?

Überlege ob du primär – wie fast alle Investoren – eine bestmögliche Rendite erreichen willst.

Dabei stellt sich natürlich zuerst die wichtigste Frage: Welche Schritte muss ich setzen um eine Rendite(X) zu erzielen? Genau diese beschreiben wir in diesem Beitrag systematisch und praxisbezogen. Der Durchschnitt der Rendite beim MSCI Word ETF liegt bei ca 7%.

2. Wie ist das finanzielle Risiko beim ETF?

Da die ETFs mit deren Orientierung an den jeweiligen Index eine breite Streuung hinsichtlich des Risikos haben, bist du mit diesem Wertpapier auf dem „richtigen Weg.“ Das ist die beste Diversifikation die Du bei Wertpapieren erreichen kannst.

3. Wieviel Kapital ist nötig?

Wenn du nur wenig Kapital verfügst, sind ETFs genau das Richtige für dich, denn wenn du – natürlich nur rein theoretisch – denselben Effekt wie mit einem ETF mit Aktien erreichen wolltest, müsstest du zum Beispiel um den DAX zu replizieren jene 30 Aktien kaufen, aus denen dieser besteht. Um vor allem die Transaktionskosten im Hinblick auf eine hohe Rendite möglichst gering zu halten, müsstest du in jede Aktie zumindest 1.800 Euro investieren und somit ein Gesamtkapital von 54.000 Euro aufbringen. Ganz abgesehen davon, dass du alle 30 (!) Aktien bezüglich deren Kursentwicklung usw. zu beobachten hättest.

Das absolute minimum Kapital um überhaupt einen Sparplan anzulegen, liegt bei 25€ im Monat. Wenn wir nochmal das Beispiel von gerade aufgreifen und Du alle 30 Aktien vom DAX abbilden willst dann wären das 30 x 25€ die Du zum Beispiel aufbringen müsstest bei einer Sparrate von 750€ im Monat. Bei einem ETF mit 838 Aktien aus 23 Ländern die abgebildet werden, na ja dann wird es schon etwas schwieriger. Den Sparplan kannst Du dann passiv laufen lassen und musst dich nicht mehr darum kümmern. Einmal aufgesetzt und die Sache läuft.

Bleiben Wir erstmal bei 25€ Sparrate im Monat um keine Ausreden zu finden es doch nicht zu tun. Wenn du dich fragst 25 Euro ? Ja wenn die ETFs teurer sind dann werden nur Teilstücke der ETFs gekauft. Also ist der Preis für die Anteile des ETFs nicht so wichtig für dich wenn du einen Sparplan verwendest. Du kannst den Sparplan deiner möglichen Sparrate im Monat anpassen z.B auch 100€ oder 750€ im Monat, dass liegt bei dir.

4. Willst Du auch in Schwellenländer investieren? Emerging Markets?

Das sind jene Staaten, die den Status von Entwicklungsländern zwar schon überschritten haben, aber denen aus vielerlei Gründen noch Kriterien fehlen, damit sie „vollwertige“ Staaten sind, vor allem hinsichtlich der Industrialisierung. Wichtig dafür ist aber auch das Niveau des Dienstleistungssektors.

Es gibt keine einheitliche Liste, welche Länder dazu gehören, aber auf jeden Fall können zum Zeitpunkt der Herausgabe dieses Artikels dazugezählt werden: Die Emerging Markets

Südafrika, Mexiko, Brasilien, Ukraine, Russland  und die Türkei (nach Beurteilung der Weltbank).

Wenn du nun  – wieder rein theoretisch  – einzeln Aktien von Unternehmen in den genannten Ländern kaufen würdest, wäre es extrem schwierig diese zu beurteilen, da du grundsätzlich wenig Informationen erhalten würdest und politische Unsicherheiten dazu kommen würden; insbesondere betreffend Russland wäre eine Einschätzung nur „tagesaktuell“ möglich, wie die Zukunft aussieht, darüber bestimmen in diesem Land – wenn überhaupt – nur ganz Wenige.

Falls du aber trotzdem in Schwellenländer investieren willst, nehmen dir kompetente Manager bei ETFs die Arbeit ab, um auch in diesem Bereich mit Wertpapieren Gewinne zu erzielen.

Du kannst Dir mal den ETF anschauen:

Comstage Emerging Markets ETF – WKN: ETF127 | ISIN: LU0635178014

5. Welchen Index nimmst Du als Basiswert?

Dabei ist natürlich zu beachten wie viele Aktien dieser enthält, wie werden diese im Index gewichtet (dies ist vor allem in Krisenzeiten wichtig, wenn ein oder mehrere Unternehmen ins Wanken kommen und du trotzdem einen Gewinn erzielen bzw. einen Verlust in Grenzen halten willst).

Ebenso relevant ist der Umstand, wie sich der von Dir angesteuerte Index in der Vergangenheit entwickelt hat.

6. Wie wird der ETF Index abgebildet (= repliziert)?

Die entsprechenden Varianten hatten wir ja schon „besprochen“, daher nur als ganz kurze Wiederholung, um dir die Entscheidung leichter zu machen.

a) Der ETF repliziert komplett, bedeutet, dass alles (!) mit Aktien abgedeckt wird.

b) Synthetischer ETF mit Swaps

c) Gemischter ETF (= physisch und synthetisch)

7. Welche Kosten entstehen beim ETF? TER / TD / TCO

Was ist die Differenz der Rendite? TD (Tracking Difference)

Die sogenannte TD (Tracking Difference) gibt Aufschluss über die Differenz der Rendite des ETF und dem jeweiligen Index.

Was bedeutet das genau?

Das sind die wahren Kosten, die ein ETF in seiner Laufzeit verursacht. Auf allen Portalen wirst Du immer nur die TER (Total Expense Ratio) die Gesamtkostenquote finden!

Vergesse diesen Wert, naja vielleicht nicht ganz – behalte ihn einfach im Hinterkopf. Jetzt erfährst Du worauf es eigentlich ankommt.

Die Tracking Difference ist der wahre Wert und je kleiner dieser ist, desto besser. Es gibt sogar negative TDs das sind die ETF die Ihren eignen Index schlagen, dank Erträgen aus Wertpapieren oder Steueroptimierungen.

Also bevor du in einen ETF investierst, prüfe und vergleiche seine TD (Tracking Difference) auf Herz und Nieren.

Ein Beispiel der MSCI Word von Comstage (ETF110) weist eine TER von 0,20% pro Jahr aus und so ist er auch bei den Portalen angegeben. Aber in Wirklichkeit ist er noch günstiger und schneidet seit 2009 mit 0,10% pro Jahr ab. Damit ist er günstiger als sein TER angibt.

Hier ist eine Übersicht zum besseren Verständnis.

ETF
Quelle: www.trackingdifferences.com

Du fragst dich gerade, wie du diesen Wert überprüfen kannst? Mit einem Portal, das ich dir wärmstens empfehle: hier

Was ist die Gesamtkostenquote beim ETF? TER (Expense Ratio)

Nicht alle Kosten des ETF sind im TER (der Gesamtkostenquote) enthalten.

Es handelt sich hier um die laufenden Kosten, die ein ETF im Laufe des Jahres verursacht. Darin sind die verschiedenen Kosten enthalten wie:

  • Verwaltungsgebühren des ETF Anbieters
  • Depotbankgebühren ( Wertpapiere, in die der ETF investiert)
  • Lizenzgebühren (z.B die Nachbildung des Index)
  • Vertriebsgebühren ( Vermarktung, Fondsdokumente  und Broschüren)

Wichtig zu wissen ist:

  • Der TER ist ein Prozentsatz der Kosten, die jährlich entstehen
  • Merke Dir, das der TER nicht alle Kosten enthält
  • Ein niedriger TER-Wert ist kein Garant für eine bessere Rendite. Bei einem ETF mit einer höheren TER lohnt es sich den TD in seine Überlegungen mit einzubeziehen.

Was sind die Gesamtkosten einer ETF-Geldanlage? TCO (Total Cost of Ownership)

Das ist der letzte Punkt der Kosten der alle Posten zusammensetzt. Gleich verstehst Du diesen Aufwand besser. Uns ist es wichtig das du genau verstehst wie die Kosten zustande kommen. Es gibt noch keine (Stand 2018) existierenden Gesetze für die genauen Kosten die man in auf einem Blick irgendwo ablesen kann und so werden die einzelnen Bausteine TD+TER=TCO zusammengesetzt.

Differenz der Rendite + Gesamtkostenquote = Gesamtkosten einer ETF Geldanlage 

Keine Sorge alle Kosten sind transparent, die genauen Zahlen bekommst Du auf deiner Abrechnung bei deinem online Broker. Dort wirst du die sämtlichen Ordergebühren, Differenzen zwischen An-und Verkaufskurs und alle anderen relevanten Daten, Zahlen und Kosten sehen. Die Du dann deiner Steuererklärung mitbeifügst.    

8. Einen ausschüttenden oder thesaurierenden ETF?

Je nachdem, ob du zwischendurch Geld sehen willst (= Ausschüttung) oder einen wertsteigernden Fonds haben willst. Der EFT der die Ausschüttung direkt wieder reininvestiert.

Was ein ausschüttenden oder thesaurierenden ETF ist kanst du hier lesen!

9. Achte auf die Größenordnung (=Volumen) des ETF Fonds!

Je mehr in einen Fonds investiert wird – vor allem von institutionellen Anlegern *) -umso höher ist die Chance, dass es sich dabei um einen handelt, in du investieren solltest, denn diese Menschen sind erfahrene Profis und haben somit ausreichend Wissen rund um Wertpapiere.

Wenn dazu noch die Tatsache kommt, dass es den ETF schon lange gibt, dann kannst du davon ausgehen, dass du den richtigen kaufst.

*) Erklärung zum Begriff „Institutionelle Anleger“:  Dies sind Unternehmen die enorm viel Geld veranlagen, vor allem Banken, Versicherungen, Fondsgesellschaften und Pensionskassen.

Das absolute Minimum oder besser gesagt für dich ein Richtwert sollte der ETF 100Millionen schwer sein. Dann hast Du eine Zahl an die Du dich halten kannst.

Fazit: Ich hoffen das Dir diese Informationen weiterhelfen werden, um eine bessere Entscheidung in deiner ETF Auswahl treffen zu können. Geh bei deiner Auswahl einfach die Punkte 1-9 durch.

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