Aktien für Anfänger erklärt! Was sind Aktien und Dividenden?

Aktien für Anfänger erklärt!
Lesezeit: 6 Miunten

„Der dümmste Grund eine Aktie zu kaufen ist, weil diese steigt“ (Waren Buffet; geboren 1930; Großinvestor)

Wie funktionieren Aktien einfach erklärt?

Inhaltsverzeichnis

Als Besitzer von Aktien bist du Miteigentümer jener Aktiengesellschaft (= AG) von der du die Wertpapiere hast, natürlich nur im Verhältnis zum gesamten Aktienkapital.

Als Inhaber des Wertpapiers wirst du Aktionär genannt.

Du hast natürlich Rechte und Pflichten, die im Aktiengesetz und in der Satzung der Aktiengesellschaft zu finden sind (Satzung = Bestimmungen).

Was ist eine Dividende einfach erklärt?

Du hast zum Beispiel das Recht auf eine Dividende (= Gewinnbeteiligung) und ein Bezugsrecht; darauf kommen wir später bei den Details zu „sprechen“.

Der Vorteil einer Aktie liegt darin, dass du keine sogenannte Nachschusspflicht hast. Wenn das Unternehmen, von dem du die Aktien besitzt, in Schwierigkeiten kommt, bedeutet es, dass du nicht mehr einzahlen musst, als du dies beim Kauf schon getan hast.

Die bereits erwähnte Dividende (Gewinnausschüttung) erhältst du im Verhältnis zu deinem Anteil am Aktienkapital. Wenn diese an die Aktionäre bezahlt wird, nennt man dies Ausschüttung. Allerdings besteht für die AG keine Verpflichtung den Gewinn oder auch einen Teil davon den Aktionären weiterzugeben, denn dieser kann zum Beispiel und vor allem für Investitionen verwendet werden.

Ob und wie viel an die Aktionäre ausgezahlt wird, beschließt die Hauptversammlung, das höchste Organ einer AG. Daneben gibt es noch den Vorstand, der die laufenden Geschäfte führt und den Aufsichtsrat, der eine wichtige Kontrollfunktion hat.

Vorzugs- und Stammaktie für Anfänger einfach erklärt! Was sind die Unterschiede?

Aktien lassen sich unterteilen in Vorzugs- und Stammaktien. Erstere haben den Vorteil, dass deren Besitzer meistens eine höhere Dividende erhalten als bei Stammaktien und auch einen höheren Liquidationserlös, wenn das Unternehmen „pleite geht“. Wobei sich dann oft die Frage stellt, ob dafür noch genügend Geld vorhanden ist.

Der wesentliche Vorteil einer Stammaktie besteht darin, dass die Besitzer dieser ein Stimmrecht bei der Hauptversammlung haben, wobei aber Vorzugsaktien immer weniger ausgegeben werden.

Was ist nun ein Bezugsrecht? Wenn ein Unternehmen, das bereits Aktien ausgegeben hat, frisches Kapital benötigt, kann es neue Aktien ausgeben, die dann „Junge Aktien“ heißen.

Wenn du von einer AG noch keine Aktien hast, und du willst „Junge Aktien“ erwerben, dann musst du zunächst ein Bezugsrecht kaufen, und kannst dann in der Folge die Aktien erwerben.

Wer emittiert Aktien (= gibt solche heraus)?

Der Reingewinn ist derjenige Teil des Gesamtgewinns, den der Vorstand beim besten Willen nicht mehr vor den Aktionären verstecken kann“

Ein Verfahren, das sich immer mehr durchsetzt, heißt Bookbuilding. Dabei teilen die Investoren den Banken mit, wie viele Aktien sie kaufen wollen und zu welchem Preis. Als Konsequenz daraus errechnen die Banken den Ausgabepreis.

Chancen und Risiken von Aktien für Anfänger einfach erklärt!

„Jeder Anleger kann mit Aktien reich werden, wenn er seine Hausaufgaben macht“ (Peter Lynch)

Wie bereits geschrieben bist als Aktionär Miteigentümer des jeweiligen Unternehmens mit allen Vorteilen, aber auch Risiken.

Das größte Problem kommt dann auf dich zu, wenn die Firma insolvent wird (= zahlungsunfähig), denn in diesem Fall ist dann möglicherweise dein komplettes eingesetztes Kapital weg; du erhältst nur dann Geld, wenn alle anderen Gläubiger (= alle, denen das Unternehmen etwas schuldig ist) befriedigt worden sind.

Auf den Aktienkurs haben natürlich Einfluss das Marktrisiko, also insbesondere die allgemeine Wirtschaftslage und das Risiko, das vom Unternehmen selbst aus geht. Sei es, dass die Aufträge massiv zurückgehen und/oder die Preise für die Produkte verfallen und/oder ein erhebliches technisches Gebrechen die Produktion teilweise oder ganz lahm legt.

Im Gegensatz zu Anleihen notieren Aktien pro Stück, d.h. wenn die Aktie XY einen Kurs von 27,36 Euro hat, ist eben das jeweilige Stück so viel wert.

Natürlich sind die Unternehmen durch eine sogenannte Betriebsunterbrechungs-versicherungen geschützt, die aber manchmal nur Teile des Verlusts abdeckt, denn wenn in der Zwischenzeit Mitbewerber den Ausfall wettmachen und die Kunden abgewandert sind, hilft diese eben nur eingeschränkt.

Es gibt auch manchmal ganz überraschende positive Entwicklungen. So wollte eine bekannte Brauerei Egger in Österreich längere Zeit in den russischen Markt einsteigen, hatte aber kaum Erfolg damit.

Als nun bei der Fußball-WM 2018 in Russland die englischen Fans die Biervorräte in Moskau fast ausgetrunken hatten, bekam diese Firma die Chance zu liefern, und zwar 800.000 Dosen Bier zu je einem halben Liter. In der Folge konnte das Unternehmen die heißbegehrten Aufträge weiterhin erlangen.

Die häufigsten Ursachen für Firmenpleiten liegen in den Fehlern des Managements, so werden zum Beispiel Marktentwicklungen nicht genau beobachtet und somit verschlafen, die Investitionskosten von Großprojekten unterschätzt, den Kunden zu hohe Rabatte gewährt usw.

Wie wird der Verlust oder der Gewinn einer Aktie berechnet?

„Wirtschaftswachstum: Man hört das Gras wachsen, und schon riecht man Geld wie Heu“ (Gerhard Uhlenbruck; geboren 1929, deutscher Immunbiologe und Aphoristiker)

Ein wichtiger Anhaltspunkt kann auch die sogenannte Fundamentalanalyse sein. Diese beobachtet nicht nur den Börsenkurs, sondern auch den inneren Wert des Unternehmens. Bedeutet, dass die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens, dessen Marktchancen sowie die Konkurrenzfähigkeit in Betracht gezogen werden.

Wenn nun der Börsenkurs unterhalb des inneren Wertes der Aktien liegt, sollte diese grundsätzlich gekauft werden.

Du hast selbst mehrere Möglichkeiten, auch als Laie oder „Halblaie“ dir ein Bild von den wirtschaftlichen Gegebenheiten des Unternehmens zu machen.

Vor allem kannst du dir die Geschäftsberichte durchlesen und gewisse Kennzahlen beobachten oder teilweise selbst berechnen.

Jeder Geschäftsbericht eines Unternehmens, das an der Börse notiert, muss aus vier Bestandteilen bestehen:

  1. Bilanz
  2. GuV (= Gewinn- und Verlustrechnung)
  3. Anhang
  4. Lagebericht

Was ist eine Bilanz von Aktien?

Ist nichts anderes als dass auf der linken Seite (= Aktivseite) das Vermögen der Firma, und auf der rechten Seite das (=Eigenkapital) enthält vor allem das Eigenkapital selbst (= Aktienkapital) und auch Rücklagen (= Reserven für zukünftige Investitionen und/oder für schlechte Zeiten) sowie das Fremdkapital (= alle Schulden, ganz gleich ob bei der Bank, den Lieferanten oder dem Finanzamt) stehen.

Wie wichtig ist die GuV (= Gewinn- und Verlustrechnung) einer Aktie?

Auf der linken Seite findest du alle Aufwände, das sind bei allen Firmen Löhne und Gehälter, und je nach Branche viele andere. Bei Banken zum Beispiel sind es vor allem Zinsen, die die Bank für Einlagen (auch Spareinlagen) bezahlt.

Dabei sind auch die sogenannten Abschreibungen zu beachten; diese stellen vor allem die Wertminderungen des abnutzbaren Sachanlagevermögens dar (Gebäude, Geschäftsausstattung, Fuhrpark usw.). Wie wir auch aus unserem Privatleben wissen, verlieren unsere Autos mit der Zeit an Wert, vor allem durch die Abnutzung, aber auch durch den technischen Fortschritt der neuen Autos.

Was sagt der Anhang einer Aktie aus?

In diesem werden die Zahlen der Bilanz sowie der Gewinn-und Verlustrechnung erläutert und zwar im Detail.

Warum der Lagebericht der Aktie alles in Frage stellen kann?

Darin werden vor allem die Zukunftsaussichten des Unternehmens beschrieben, und wenn notwendig das Geschäftskonzept.

Hier geht es zu Exkurs „Ratingagenturen“: -> Bitte hier klicken.

Allgemeine Börsenabkürzungen Glossar für Aktienanfänger erklärt

AG = Aktiengesellschaft (Gesellschaftsform die Aktien begibt)

ATH = All Time High (Höchster Kurs des zugrundeliegenden Marktes aller Zeiten)

ATL = All Time Low (Tiefster Kurs des zugrundeliegenden Marktes aller Zeiten)

BE = Break-Even (Gewinnschwelle)

DAX = Deutscher Aktienindex

DB = Doppelboden (Zwei Kursspitzen in etwa gleicher Höhe auf der Unterseite)

DJI = Dow Jones Industrial 30 Index

DT = Doppeltop (Zwei Kursspitzen in etwa gleicher Höhe auf der Oberseite)

EM = Emerging Markets

ES = e mini SP500 Future

ETF = Ein börsengehandelter Fonds (englisch exchange-traded fund)

EUREX = European Exchange

EZB = Europäische Zentralbank (Die Zentralbank legt die Geldpolitik für Europa fest)

FDAX = DAX-Future      

FED = Federal Reserve System

FGBL = Bund-Future

GAP = Kurslücke             

GD = Gleitender Durchschnitt

GICS = Global Classification Standard

GT = Good Trade (Beglückwünschung zum gelungenen Trade)

HFT = high frequency trading (Hochfrequenzhandel)

HY = High Yield

ICB = Industry Classification Benchmark

IG = Investment Grade

iSKS = inverse Schulter-Kopf-Schulter Formation (Die SKS nur umgedreht)

KAG = Kapitalanlagegesellschaft

KCV = Kurs-Cashflow-Verhältnis (Aktienkurs geteilt durch den Cashflow je Aktie)

KESt =Kapitalertragsteuer ( in DE )

KGV = Kurs-Gewinn-Verhältnis (Aktienkurs geteilt durch den Gewinn je Aktie)

KIID = Key Investor Info Document

KS = Kaufsignal

KUV = Kurs-Umsatz-Verhältnis (Aktienkurs geteilt durch den Umsatz je Aktie)

LS = linke Schulter

MA = Moving Averages

MC = Mid Caps

MSCI = Morgan Stanley Capital International

NQ = e mini NASDAQ 100 Future

NYSE = The New York Stock Exchange (Die Börse in New York)

OS = Optionsschein (Derivat für gehebeltes Trading)

PB = Pullback (Rücklauf)

QST = Quellensteuer (wird auch oft Abgeltungssteuer genannt)

RS = rechte Schulter

RSI = Relative Stärke Index

S&P 500 = Standard&Poor´s 500 (breiter amerikanischer Aktienindex)

S/R = Support / Resistance

SC = SmallCaps

SK = Schlusskurs (Schlusskurs einer Periode im Handel, zum Beispiel Tagesschlusskurs)

SKS = Schulter-Kopf-Schulter Formation (Formation mit einer hohen Kursspitze und zwei etwas tieferen Spitzen links und rechts)

SL = Stop Loss (Stopp Kurs zur Verlustbegrenzung)

SX5E = Euro Stoxx 50

TA = Technische Analyse

TD = Trackingdifferenz

TER = Total Expense Ratio

TH = Tageshoch

TK = Trendkanal

TP = Take Profit (Gewinnmitnahme)

TT = Tagestief

VS = Verkaufssignal

XETRA = Exchange Electronic Trading (wichtiges Börsensegment der Frankfurter Börse)

YM = e mini Dow Jones Industrial 30 Future

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